Als am vergangenen Freitag vor dem Edeka-Markt Stock in Mallersdorf-Pfaffenberg neben den Pflanzenregalen vor der Eingangstüre zwei grüne Pavillons in der Nachmittagssonne leuchteten, war dies nicht etwa die Lieferantengärtnerei persönlich, sondern die örtliche Berufsfachschule für Pflege und die Initiative Organspende Ostbayern. Was sie mit der gemeinsamen Aktion zum Wachsen und Blühen bringen wollten, war die Bereitschaft zur Organspende in der Bevölkerung. Der Aktionsstand beinhaltete neben niederschwelliger Information zum Thema auch ein Glücksrad, Tattoos, Taschen zum Bedrucken und Bemalen, Ballons für Kinder und als Highlight einen Ausweisdrucker, der individualisierte Organspendeausweise im praktischen Scheckkartenformat erstellte. Landrat Tobias Beck schaute am Stand vorbei, ließ sich gleich selbst einen Ausweis erstellen und bedankte sich bei den Auszubildenden und Ehrenamtlichen für das Engagement.
Vom Unterrichtsthema über Betroffenenberichte bis zum Aktionsstand
„Die Themen Organspende, Hirntod, Dialyse und Transplantation stehen auf dem Lehrplan“, berichtete Schulleitung Dr. Karin Lichtinger. „Mit Jürgen Hagenbuch, Sprecher der Initiative Organspende Ostbayern und Vorstand der Hilfsgemeinschaft der Dialysepatienten und Transplantierten Regensburg/Straubing e.V. entstanden wertvolle Projekttage zum Thema.“ Dabei brachte Jürgen Hagenbuch den Auszubildenden die Themen der Organspendesituation in Europa, den Hirntod, die Dialyse und Ernährung näher. Die Mischung aus Vorträgen, Erfahrungsberichten von Organempfängern und Angehörigen von Spendern sowie Gruppenarbeiten zu ausgewählten Aspekten sensibilisierte die angehenden Pflegefachkräfte für die Versorgung von Dialsysepatienten, Transplantierten und Angehörigen von Organspendern. Am Infostand am Einkaufsmarkt konnten die Auszubildenden ihr Wissen festigen und weitergeben. „Das ist die Idee hinter dem Konzept“, erklärte Jürgen Hagenbuch.
Tränen und Mitgefühl bei den Auszubildenden
Vier Betroffene hatten im Unterricht über ihr Schicksal berichtet, wie sie nach ihrer Krankenhausodyssee und langer Zeit auf der Intensivstation nun voller Freude ihr neues Leben genießen. Tränen flossen angesichts dieser Erfahrungsberichte auch bei den Auszubildenden und Lehrkräften. „Man merkt, dass die angehenden Pflegekräfte sehr empathisch sind“, stellte Peter Schlauderer, ein dreifach Transplantierter, anerkennend fest und fügte beim anschließenden gemeinsamen Aktionsstand hinzu: „Es ist kein leichtes Thema. Drum nehmen wir mit den Menschen hier vor dem Supermarkt auch nur kurz Kontakt auf und sind für diejenigen da, die sich aktiv informieren wollen.“
